Meine Pensionsreise 2001
Nicht jeder kann leider in Pension gehen,
aber wenn man das erlebt, soll der Übertritt ein Paukenschlag sein. Etwas, an das man sich gerne und immer wieder erinnert. Einfach ein Saufgelage und am anderen Tag einen dummen Grind haben ist nichts für mich, denn meine Frau sollte ja auch etwas davon haben - schliesslich hat sie mich nach dem Pensions-Datum für den Rest des Lebens immer um sich herum...
Die Wahl war nicht schwer, schliesslich nennen wir ein kleines Wohnmobil zu unseren Errungenschaften. Was lag also näher als eine länger dauernde Reise mit diesem zu machen?
Schon lange vor diesem erfreulichen Datum brüteten wir über mögliche Reiseziele. Schlussendlich fiel dieses auf die sächsische Schweiz.
Am 31. Mai 2001 habe ich am Abend mit den Kollegen und Vorgesetzten (nach freier Wahl) meinen Abschied aus dem alltäglichen werken gefeiert. Am Freitag, 1. Juni 2001 morgens um 10 Uhr fuhren wir mit dem Wohnmobil Richtung Konstanz und schipperten mit der Autofähre nach Meersburg. Schon das Fahren auf der Bodensee-Küstenstrasse war ein freies Erlebnis und nicht mal der Stau vor Lindau konnte uns etwas anhaben. Wir waren ja pensioniert und hatten das Schlafzimmer dabei! Die Autobahn ging damals noch nicht bis Lindau und so zokkelten wir auf irgendeiner Bundesstrasse - auf der gerade Stau war - aufwärts.
Irgendwann gelangten wir sogar auf eine Autobahn und unser erstes Übernachtungsziel war der Camping Uting am Ammersee. Der schön gelegene See liegt im Bayernland, einige Staumeilen vor München. Ammersee ist offenbar ein absolutes Segelrevier. Unser Platz für die Pfingsttage war schnell gefunden und auf festen Füssen stand das Womi schnell.
Zur Feier des Tages und weil wir so ganz ohne GPS den Campingplatz trotz aller Schilder noch gefunden haben, gönnte ich mir mein erstes Bier als freier Mensch, als Pensionär.
Dann die Kamera gepackt und ab an den Strand.
Am Pfingstmontag zogen wir die Beine des Womi ein und nahmen die Autobahn Richtung München unter die Räder. Irgendwie schafften wir es durch/unter München zu fahren und fanden uns dann flugs in einem mehrspurigen Stau vor dem Flugplatz München. Es war heiss und der Schweiss tropfte - aber ich bin frei. Vorbei an Hopfen-Reben, vorbei an Unterschleissheim und Pfaffenhofen nahmen wir Regensburg ins Visier. Nach unseren Ermittlungen muss sich in einem Aussenquartier von Regensburg ein AZUR Campingplatz befinden. Ich bin eigentlich sehr erstaunt gewesen: Wir fanden ihn auf Anhieb. Der Empfang war herzlich und sehr zuvorkommend. Der Platz selbst ist herrlich und direkt an der Donau gelegen. Nur eines störte mich: Die Donau war höher gelegen als der Campingplatz - aber es war ja schönes Wetter.
Regensburg mit Bus und Schiff
Die Rezeption empfahl uns ein Generalbillett und schickte uns an die Bushaltestelle des ÖV gegenüber des Campingplatz. Fussmarsch = Null Kilometer. Innert kurzer Zeit waren wir direkt bei der Altstadt, nur wenige Schritte trennten uns von eben dieser. Erster Eindruck: Sandstein war das Baumaterial, die Leute sind auch gehetzt weil noch nicht pensioniert und um den Himmel zu sehen muss man auch den Kopf in den Nacken hieven. Als erstes natürlich die Kirche, äh Dom, dann zur evangelischen Neupfarrkirche. Dann kamen so die Örtlichkeiten wie Haidplatz, die Wohntürme, Altes Rathaus, Kepler-Gedächtnishaus und die historische Wurstküche daran.
Die Schiffahrt auf der Donau und der Regen nahmen wir anderntags unter die Planken. Abfahrt bei der Steinernen Brücke. Auf der Rückfahrt inhalierten wir noch einen kleinen Blick auf die Taxizentrale, bzw. auf das Schloss von Thurn und Taxis.
und schon war wieder Ortswechsel angesagt
immer hart an der tschechischen Grenze entlang visierten wir Chemnitz an. Unterdessen war der Himmel nicht mehr blau sondern grau bis dunkelgrau und dann plötzlich nass bis sehr nass. Der Regen peitschte so heftig durch die Gegend, dass wir die Fahrt unterbrechen und auf einem Autobahnparkplatz anhalten mussten. Für die Übenachtung fanden wir nix gscheites und so beschlossen wir, direkt das Städtchen Königstein anzufahren.
Irgendwann ist auch der stärkste Regen vorbei und wir fanden uns am andern Ende von Dresden wieder. Nicht wegen des Regens sondern ganz einfach - weil ich die Ausfahrt verpasst hatte. Nun gabs eine Städtequerung durch Dresden, die wir nie vergessen werden. Innerorts hätten wir 50ig fahren können. Die Strassen - Pflastersteine - waren aber so schlecht, dass 30ig schon ein Zumutung für unser Womi, und besonders das Geschirr darin, war. Manchmal hatten wir das Gefühl, der zweite Weltkrieg sei eben zu Ende gegangen. Ausgebombte Industriefassaden und zerfallene Plattenbauten säumten unseren Weg aus Dresden hinhaus. Neue Richtung: Tschechien, aber vorher machten wir den vorgesehenen Endstop in Königstein und wie es sich gehört: natürlich mit Regen.

Der Campingplatz befindet sich direkt am 1)Ufer der Elbe und als Modellschiffer freute es mich besonders, dass die Hotelschiffe, Dampfschiffe und tschechische Güterschiffe direkt vor unserem Womi promenierten. Gegenüber befand sich der Hügel des Liliensteins, alles aus Sandstein. Das dominierenste in Königstein ist die Festung, die auf einem Hügel (ähnlich Lilienstein) thront.
Das Städtchen selbst fand 1379 eine urkundliche Erwähnung und hat seither viele Überschwemmungen durchgemacht. Dem Landkreis Sächsische Schweiz ist der Nationalpark, der fast das gesamte Gebiet umfasst, angegliedert. Die "Hauptstadt" der Sächsischen Schweiz ist Pirna.
Von Königistein aus unternahmen wir verschiedene Ausflüge per ÖV (Bahn,Bus und Schiff) so nach Dresden (per Schiff), Meissen (Bahn), Schandau (Schiff) und nach der Bastei (Bus)
Festung Königstein
- "Die Festung Königstein ist eine der größten Bergfestungen in Europa und liegt inmitten des Elbsandsteingebirges auf dem gleichnamigen Tafelberg oberhalb des Ortes Königstein am linken Ufer der Elbe im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Sachsen).
Das 9,5 Hektar große Felsplateau erhebt sich 240 Meter über die Elbe und zeugt mit über 50 teilweise 400 Jahre alten Bauten vom militärischen und zivilen Leben auf der Festung. Der Wallgang der Festung ist 1.800 Meter lang und hat bis zu 42 Meter hohe Mauern und Sandstein-Steilwände. Im Zentrum der Anlage befindet sich der mit 152,5 Meter tiefste Brunnen Sachsens und zweittiefste Brunnen Europas."
Zur Besichtigung dieser Festung ist mindestens ein Tag (von Früh bis Abends) einzuplanen. Besser 2 Tage! Es ist sagenhaft was dort, geschichtlich gesehen, alles Erfahren werden kann. Geschichte auf Schritt und Tritt.
Bad Schandau
Sie ist die letzte Kleinstadt vor der Tschechischen Grenze, direkt an der Elbe gelegen und besitzt das Attribut Kneipkurort. Das Schönste in Bad Schandau ist jedoch die Kirnitschtalbahn. Eine Überlandbahn mit 1 Meter Spurbreite und alter Technik. Sie führt von Bad Schandau zum Lichtenhainer Wasserfall. Dieser ist allerdings ein Beschiss, wird doch das Wasser immer wieder etwa 5 Meter hinaufgepumpt....
Die Kirnitschtalbahn ist einspurig geführt und befindet auf der Talseite der, auch für Autos befahrbaren (Kopfsteinpflaster), Strasse. Zwei Ausweichstellen für die bergwärts und talwärts fahrenden Bahnen sind vorhanden. Interessant ist, dass zuerst die Schienen verlegt wurden und erst dann wurde über die Antriebsart entschieden.
Die Bastei

Die ca. 300 Meter hohe Bastei ist eine Felsformation mit Aussichtsplattform auf dem rechten Ufer der Elbe zwischen dem Kurort Rathen und der Stadt Wehlen. Von der Bastei fällt das schmale Felsriff über 200 m steil zur Elbe ab. Sie bietet eine weite Aussicht ins Elbtal. Auf der Hochfläche hinter der Bastei befindet sich ein Hotel mit Restaurant. Die Basteibrücke verbindet die verschiedenen Felstürme miteinander. Von dieser Brücke sieht man etwa 40 Meter hinab in die Schlucht und man kann einen kleinen Blick auf die Felsenbühne Rathen erwischen. Von der Bastei erreicht man über die Basteibrücke zudem die Felsenburg Neurathen, die größte Felsenburg der Sächsischen Schweiz.
Eine weitere bekannte Formation in der Nähe der Bastei ist der Wartturm, von dem im Jahr 2000 ein grosses Stück abgebrochen ist.
Dresden

Die Landeshauptstadt befindet sich zwischen dem Landschaftsschutzgebiet Dresdner Heide und dem Landschaftsschutzgebiet Tharandterwald. Bekannt und Sehenswert sind die Kulturdenkmäler Frauenkirche, Semper Oper, Residenzschloss, Silbermann Orgel in der Hofkirche, Brühlsche Terrassen, der Zwinger, der Fürstenzug aus 25'000 Meissner Porzellankacheln, daneben gibt es noch verschiedene Museen und Ausstellungen.
Wer Dresden auf dem Schiffweg besucht sieht als erstes das "Blaue Wunder" und dann die Brühlschen Terrassen und als markantes Gebäude die Hochschule für bildende Künste. Von hier aus ist die Altstadt nur wenige Schritte entfernt.
Die berühmte 2)Frauenkirche befindet sich unweit von Brühlschen Terrasse in der inneren Altstadt. Ende des zweiten Weltkrieges fast total zerbombt konnte der Wiederaufbau erst nach der politischen Wende 1990 in Angriff genommen werden.
Die Stadt Meissen

Eine Flussstadt an der Elbe. Auf der linken Flussseite befindet sich der alte Teil von Meissen. Meissen ist berühmt durch die Manufaktur Meissner Porzellan und durch die Albrechtsburg. Herausragendes Gebäude ist der Meissner Dom.
Ein Rundgang durch die Stadt, wenn möglich geführt, vermittelt viel Schönes und auch Wissen. So befindet sich an der Meissner Frauenkirche eine Glockenorgel aus weissen Porzellanglocken. Bei einer geführten Stadtwanderung erfährt man viel über die Geschichte und über das Leben unter dem DDR-Regimes (ja nach Stadtführung). Viele alte Gebäude sind nach 1990 auch restauriert werden. Da es sich grösstenteils um private Gebäude handelt, ist die Beschaffung von Fördergeldern nicht so einfach und viele Private lassen die Fenster von Ladengeschäften mit kleinen Gemälden zudecken. Aber immerhin ist der Marktplatz neben der Fraueniriche und dem Rathaus wunderschön restauriert.
Auf dem Plateau befindet sich neben dem Meissner Dom und der Albrechtsburg viele Gaststätten rund um den Domplatz. Das berühmteste Gebäck heisst 3)Meissner Fummel.
Meissner Porzellan

Die Berühmtheit von Meissen ist beruht auf der "Erfindung" des weissen Goldels: dem Porzellan. Friedrich Böttger behauptete Anfang des 18. Jahrhunderts, er können Gold herstellen. Dem Kurfürsten August dem Starken gefiel das und er liess Böttger in der Bastei einsperren damit dieser in Ruhe Gold herstellen könne. Ist natürlich Mumpitz, denn man kann nicht aus wertlosen Materialien Gold herstellen. Später, 1708, konnte Böttger das europäische Porzellan herstellen. Dem voraus gegangen war das rote Porzellansteinzeug. Gottfried Papst von Ohain entdeckte in der Nähe von Meissen das Kaolin welches die Ursache des weissen Porzellans ist. Bis dahin war nur die Hersellung des grauens Porzellan möglich.
1710 patentierte August der Starke die Herstellung (in der Albrechtsburg) und versuchte das Ganze als Geheimnis zu tarnen. Gleichzeitig wurde die erste Manufaktur gegründet. Dem Mitarbeiter Samuel Stöltzel gelang es 1718 die Rezepturen zur Herstellung des Hartporzellans nach Wien zu bringen wo auch die ersten Konkurrenz zum Meissner Porzellan entstand.
Dem von Böttger 1709 zusammen mit Glasur und Mahlwerk zum Patent angemeldeten "weißen Porzellan" fehlte noch der Feldspat, es hatte eine hohe Fehlerrate. Nach ersten Formgebungen wurden glatte Gefässe produziert und mit den von Johann Höroldt entwickelten Aufglasurfarben dekoriert. Bevorzugte Motive waren Landschaften sowie gerahmtes Laub- und Bandelwerk. Um 1740 wurden die bis dahin üblichen chinesischen Dekore von "deutschen Blumen" abgelöst. Ausserdem kam das sogenannte Zwiebelmuster in Unterglasurblau auf den Markt.
Einen großen Anteil am Produktionsprogramm der Manufaktur hatte die figürliche Plastik. Schon in der Zeit August des Starken wurden neben der umfangreichen Produktion von Prunk- und Schmuckgeschirr für den Bedarf des Dresdner Hofes Miniaturen für repräsentative und dekorative Zwecke angefertigt.
Die Miniaturen hatten durchaus Unterhaltungscharakter wurden doch aktuelle gesellschaftliche Affären dargestellt. Man weiss aus der Geschichte, dass Männlein wie Weiblein im 18. Jahrhundert dem Sex sehr zu getan waren. August der Starke zum Beispiel liebte grosse Dekolletés. Die figürliche Darstellung oben links beschreibt so das "Schäferstündchen".
Das rechte Bild zeigt eine heimliche, aber am Hofe bekannte, Liason einer oberen Dame mit dem Hofdirigenten Namens Fuchs...
Die Heimreise
führte uns nach Nürnberg zum Knaus-Campingplatz in der Nähe der Dutzendteiche. Der Campingplatz ist in einer Waldlichtung gelegen. Die Erkundung zu Fuss führte uns in geschichtliche Abgründe des zweiten Weltkrieges und natürlich an die Dutzenteiche wo auch schon Modellschiff-Wettbewerbe stattfanden.
Wir spazierten an der Fussballarena Nürnberg vorbei und landeten auf dem ehemaligen Reichstagsparteigelände. Die noch bestehenden Gebäulichkeiten und Tribünen haben bei mir Gänsehaut hervor gerufen. Der Blick auf die Kanzel wo Hitler die Parade abnehmen sollte rief Erinnerungen an gesehene Dokumentarfilme wach. Übrigens: Hitler war nie auf dieser Kanzel und eine Parade fand hier nie statt - so will es die Geschichte. Das ehemalige Reichstagsparteigelände ist heute unter dem Begriff Norisring bekannt (Autorennen). Am Ende waren wir beim grossen Dutzendteich angelangt. Ein schöner Binnensee der für die Bevölkerung für Freizeitvergnügen frei gegeben ist; und wenn ich Freizeitvergnügen schreibe meine ich nicht nur Baden...
Die grosse Strasse war vorgesehen für die Aufstellung der Wehrmachttruppen für die Parade. Die Strasse ist etwa 50-70 Meter breit. Am Rand sind Tafeln aufgestellt, die die Geschichte erläutern.
Stadtbesuch
Mit der U-Bahn sind wir von der Messe Nürnberg auf dem kürzesten Weg in Hauptbahnhof Nürnberg gelangt. Mit wenigen Schritten, an den Drogensüchtigen und Dealern vorbei, waren wir schon beim Handerwerkhof Nürnberg angelangt. Ein kleines Dörfchen mit schmucken Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten. Verlässt man dieses befindet man sich auf der Königstrasse, der grössten Einkaufsmöglichkeiten und Sehenwürdigkeiten. Der Fussgänger war enorm. Fahrradfahrer kreuz und quer. Das strengt an. Wird wohl in allen Städten so sein wo die Bäume immer noch grüner als die Politiker sind.
Die grosse Strasse hört beim Barfüsser auf, der Weitermarsch lohnt sich aber auf jeden Fall. Der Weg führt uns an der grossen Mauthalle vorbei zur St. Lorenz Kirche mit dem grossem, davor liegenden, Marktplatz mit dem "schönen Brunnen". Das Nassauerhaus mit den vier Erkern am Turm, der Tugendbrunnen, das Narrenschiff , St. Sebaldus Kirche und am Ende waren wir dann beim Stadtmuseum angelangt.
Nürnberg kann man nicht verlassen ohne sich nicht mit den leckeren Nürnberger Lebkuchen einzudecken. Leider kann man noch soviel kaufen - sie sind in wenigen Tagen vollkommen aufgegessen.
Die Heimfahrt in die Schweiz

dauerte dann noch ein bisschen, denn sie führte uns über Heilbronn, Stuttgart nach Singen und dann in die Schweiz. Das Wohnmobil lief immer besser, leichter und schneller je näher wir der Grenze kamen. Ist das so oder kam mir das nur so vor. Von Müdigkeit keine Spur und als ich Richtung Schaffhausen fuhr entfuhr mir ein Jauchzer obwohl ich weder Singen noch Jodeln kann...
Zu Hause hatte ich das Gefühl, ich sei seit Ewigkeiten pensioniert und richtete mich schon nach neuen Sachen aus.
1) August 2002: schweres Hochwasser, das auch den direkt am Flussufer liegenden Camping Königstein betroffen hat. Damit wurde ihm seine besonders schöne Lage beinahe zum Verhängnis. Davon ist nach vieler Hände Arbeit nichts mehr zu bemerken und der Wiederaufbau ist abgeschlossen.
2) Die Überzeugung, dass die vollständig zerstörte Frauenkirche wieder aufgebaut werden müsse, teilten viele Menschen in- und außerhalb Dresdens. Aber es sollte 45 Jahre dauern, bis die Erfüllung dieses Wunsches in greifbare Nähe rückte. Ganze 60 Jahre mussten vergehen, ehe die Frauenkirche wieder in ihrer vollen barocken Schönheit die Tore für die Menschen öffnen konnte.
Erste Bestrebungen zum Wiederaufbau gab es schon in den letzten Kriegsmonaten. Da in der DDR der Wiederaufbau einer Kirche jedoch keine Priorität hatte, waren die Bedingungen erst nach der politischen Wende gegeben. Dank der beeindruckenden Initiative von Bürgern wurde die Wiederaufbauidee in die ganze Welt getragen. Über 11 Jahre hinweg wurde die Kirche Stück für Stück wieder aufgebaut – getreu den Vorgaben George Bährs und unter weitestgehender Verwendung historischer Materialien.
Am 30. Oktober 2005 wurde der Wiederaufbau durch die festliche Weihe der Kirche abgeschlossen.
3) Es handelt sich um einen Hohlkörper aus sehr dünnem, einfachem Teig. Die Form entspricht einem unregelmässigen runden „Ballon“. Das Gebäck ist äußerst spröde und daher fragil. Meissner Fummeln haben keinen besonderen Geschmack und wegen der nur hauchdünnen Teigschale um die innen befindliche Luft besitzen sie keinen nennenswerten Nährwert.
- Die Post aus Meissen kam zur Zeit des Kurfürsten Sachsen recht oft lädiert in Dresden an. Warum dies so war, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar, aber man vermutete, dass der Postreiter allzu reichlich dem Meissner Wein zusprach, wenn er nach Meissen geritten war, und so auf dem Rückritt nach Dresden im Rausch vom Pferde fiel oder sonst mit der Posttasche so unachtsam umging, dass die Post beschädigt wurde. Da man ihm dieses Fehlverhalten aber nicht nachweisen konnte, beauftragte der Kurfürst von Sachsen die Meissner Bäcker, ein Gebäck zu erfinden, das so fragil sein sollte, dass es bei geringsten Erschütterungen zerbreche. Dies sollte der Reiter in Meissen unversehrt in Empfang nehmen. Wenn er es ebenso heil in Dresden anbrächte, so wurde dem Reiter angekündigt, wäre er über jeden Verdacht erhaben. Das war natürlich nicht der Fall, die Meissner Bäcker konnten mit ihrem Gebäck den Postillon überführen.
Aktualisiert (Samstag, den 03. Juli 2010 um 11:13 Uhr)











